Das Internet der Dinge und seine Schattenseiten

Sicherlich wünschen Sie sich nicht, dass das Internet der Dinge Ihr Unternehmen stört, aber dies wird 2017 der Fall sein, ob es Ihnen gefällt oder nicht. Hier mein Tipp, wie Sie Probleme umgehen.

Hunderte von Kühlschränken mit Webzugriff, die von arglosen Unternehmensabteilungen beschafft wurden, sättigen das WLAN einer Klinik. Die Ärzte, die für die Kommunikation auf Voice over WLAN angewiesen sind, können keine Webseiten mehr abrufen, und die Geräte für die medizinische Überwachung senden nicht mehr die aktuellsten Daten, die zur Behandlung der Patienten benötigt werden. Es geht nicht darum, ob Sie noch in der Lage sind, eine Verbindung mit Twitter aufzubauen. Ein solcher Angriff bedroht das Leben von Patienten.

Das ist die Schattenseite des Internet der Dinge. Die Realität ist, dass wir tatsächlich nicht wissen, wie diese Geräte für Verbraucher bzw. professionelle Nutzer abgesichert oder aufgebaut sind. Intelligente Kühlschränke, digitale Medienplayer oder mit dem Internet vernetzte Videokameras könnten zum Ausgangspunkt von Denial-of-Service-Attacken (DDoS) werden, wie wir sie in diesem Jahr erlebten. Diese Attacken führten zu Problemen mit der Internetkonnektivität, es hätte aber noch viel schlimmer kommen können.

Stellen Sie sich vor, der Großteil des Mirai-Botnet, (das jetzt gemietet werden kann) wäre gegen ein Stromnetz mit Internetanbindung eingesetzt worden. Wie lange hätte es gedauert, bis die Stromversorgung wiederhergestellt wäre?

Was wäre, wenn die Netzwerkverbindung für eine Einzelhandelskette ausfällt, weil eine Attacke über das Internet der Dinge gestartet wurde? Wie viele Kunden müssten die Supermärkte wieder verlassen, weil ihre Kreditkarten plötzlich nicht mehr funktionieren? Und wie viele davon würden nie wieder einen Fuß in diesen Supermarkt setzen?

Die Tatsache ist, dass die jüngsten Attacken, die wir bei Dyn, Deutsche Telekom und TalkTalk erlebt haben, ärgerlich sind. Hunderttausende Personen blieben offline oder konnten nicht auf Websites zugreifen. Es wurde aber niemand schwer verletzt, bisher jedenfalls noch nicht.

Die einfachste Lösung wäre, auf die traditionelle IT zurückzugreifen, technische Entwicklungen abzulehnen, Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen oder einfach nein zu sagen.Wir haben dies bei WLANs Ende der 90er Jahre und bei iPhones um das Jahr 2000 erlebt. Die neuen Geräte mit dem Internet der Dinge könnten aber auch die Quellen echten Wohlstands werden. Kühlschränke mit Internetanbindung hören sich zunächst einmal lächerlich an, bis sich herausstellt, dass sie sowohl Produktivität als auch Umsatz in vertikalen Märkten, beispielsweise für Pharmazeutika, steigern könnten. Kameras mit Internetanbindung können dazu beitragen, Ersthelfer bei Notfällen zu koordinieren, indem den Koordinatoren in Echtzeit Videos angezeigt werden, die sie besser über die Situation informieren. Digitale Medienplayer könnten für Verbraucher im Einzelhandel eine ganzheitliche Erfahrung zur Verfügung stellen, indem sie sicherstellen, dass in jedem Ladengeschäft der Welt relevanter Content angezeigt wird.

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